Nekohis Abenteuer: Weihnachten 2017


Hoch oben im Norden, wo die Nächte im Winter viel dunkler und länger sind und der Schnee viel weißer ist als bei uns, leben allerlei Tiere im Zauberwald. Hier ist auch der Weihnachtsmann zuhause. Inmitten des dichten Zauberwaldes, bedeckt von Schnee, findet man eine kleine Hütte. Darin wohnt eine Katzenfamilie. Jedes der Kätzchen ist schon aufgeregt, denn die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Auch Nekohi, der Jüngste seiner Geschwister, tapselt aufgeregt umher. Die rosafarbene Blume um sein Auge leuchtet dabei und erhellt den ganzen Raum. Immer, wenn Nekohis Herz schneller schlägt, tut sie das. Dieses Katzenkind war eben nicht wie jedes andere...


Nekooohi, deine grelle Blume leuchtet mir wieder ins Gesicht! Mach das Ding doch mal aus!“ meckerte Nekohis älteste Schwester. Nekohi vergrub sein Gesicht in die Pfoten. „Ich kann das nicht abschalten. Es leuchtet einfach, ohne dass ich es kontrollieren kann…“ antwortete er verunsichert. Ein weiteres Geschwisterchen geht auf Nekohi zu und berührt Nekohis Blume. „Warum überhaupt eine Blume? Passt gar nicht zu einer Katze.“ Ein leises Kichern ging durch die Geschwisterrunde. Nekohi vergrub sein Gesicht noch weiter in seine Pfoten, in der Hoffnung, man würde seine Blume gar nicht mehr leuchten sehen. „Mama sagt zwar, du gehörst zur Familie. Aber du bist nicht wirklich einer von uns!


Die Nacht brach herein über den Zauberwald und jedes Lebewesen, auch die Katzenfamilie, legte sich zur Ruh. Während ihre Geschwister schlummerten, lag Nekohi wach in seinem Körbchen. Ständig dachte er an die Worte “Du bist keiner von uns.“. Nekohis Herz füllte sich mit Trauer und seine Augen mit Tränen. „Niemand kann mich und meine Blume leiden…“ Als er spürte, dass seine Blume von neuem zu leuchten begann, wurde Nekohi nervös. Er wollte niemanden wecken. Nicht schon wieder angebrüllt werden. Aus Angst stieg er aus seinem Korb und rannte aus dem Häuschen, hinaus in den dunklen Zauberwald. Soweit er konnte, bis seine Beinchen nicht mehr wollten.
„Wo bin ich?“ Fragte sich Nekohi, der ringsherum nur Bäume sah. Er begann zu zittern, als der fröstelnde Wind um seine Ohren flog. „Es ist so kalt und so dunkel - Ich habe Angst!“ Nekohi kauerte sich zusammen und seine Blume leuchtete in die dunkle Nacht.


Währenddessen: Im magischen Dorf des Weihnachtsmanns, bereitete Santa Claus seine fliegende Rentiere sowie den Schlitten vor und packte die Geschenke für den Weihnachtsabend ein. Nachdem alles erledigt war, wollte Santa sich gerade zum Start vorbereiten, als seine Elfen panisch auf ihn zu gerannt kamen. Sie sagten, dass es einen großen Schneesturm geben würde und er seine Reise am besten verschieben sollte, bis der Himmel wieder klarer wäre. Santa dachte kurz nach, aber ihm war klar, dass er sofort aufbrechen musste, um rechtzeitig alle Geschenke an die artigen Kinder auszuliefern. Sollte er sich auch nur einen Tag verspäten, wären alle Kinder sehr traurig. Und so machte sich Santa auf den Weg. Nach einigen Minuten fing es langsam an zu schneien, und schnell wurden die Schneeflocken immer größer.


Santa Claus begann seine große Reise durch die ganze Welt, um die Geschenke an alle braven Kinder zu verteilen. Weit kam er aber nicht, denn währenddessen fing der Schneesturm an zu wüten. Die Schneeflocken wurden immer größer und die Sicht verringerte sich zusehends, bis Santa auf seinem Schlitten nichts mehr sehen konnte. „So kann ich meine Reise auf keinen Fall fortsetzen!“
Derweil verirrte sich Nekohi weiterhin im Wald umher, aber durch die Kälte konnte er sich kaum noch bewegen. Vor lauter Angst, fing die Blume in seinem Gesicht hell auf zu leuchten. Dieses helle Aufleuchten der Blume sah sogar Santa und dem Licht folgend, flog er hinunter und entdeckte Nekohi. Santa nahm den kleinen Kater mit der Blume im Gesicht und wickelte ihn in seinen Mantel. „Du bist genau das was ich gerade brauche!“, sagte der Weihnachtsmann. „Was hältst du davon, wenn du mir den Weg zu den Kindern zeigst?


Nekohi traute seinen Ohren nicht. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich benötigte SEINE Hilfe? Als er die Worte des Weihnachtsmannes hörte, fing seine Blume an zu leuchten, so heftig wie noch nie zuvor. Und so geschah es, dass Santa Claus am Weihnachtstag von einem kleinen weißen Kater mit einer rosafarbenen Blume um sein Auge begleitet wurde, die ihm dem Weg durch den Schneesturm navigierte.
Der Weihnachtsmann brachte Nekohi behütet zurück zu seiner besorgten Familie. Die Geschwister kamen kaum mehr aus dem Staunen, über ihren mitgebrachten Besuch, heraus! Für ihre heldenhaften Dienste zeichnete der Weihnachtsmann ihn als offiziellen Helfer aus und überreichte ihm eine Weihnachtsmütze, die nur Santas kleine Helfer erhalten dürfen. Und von da an, durfte Nekohi jedes Jahr am Weihnachtsabend den Schlitten vom Weihnachtsmann in die richtige Richtung navigieren, damit alle artigen Kinder rechtzeitig ihre Geschenke erhalten konnten.

(Zeichnungen für diese Geschichte Stammen von Kläxx und Lini / Yuuka)